Seit Februar 2026 verstärkt Pascal Forstreuter das Team der imovion GmbH als Director M&A. In dieser Funktion begleitet er Eigentümer von Hausverwaltungen bei einem der wichtigsten Schritte ihres Unternehmerlebens: der strukturierten Unternehmensnachfolge. Dabei unterstützt er Verwalter dabei, den Übergang ihres Unternehmens strategisch vorzubereiten und passende Nachfolgelösungen zu entwickeln.
Zuvor war er unter anderem bei Aareon ImmoManagement tätig und kennt die Herausforderungen der Immobilienverwaltung sowohl aus technologischer als auch aus operativer Perspektive. Seine Erfahrung aus Beratung, Prozessoptimierung und Digitalisierung bringt er nun gezielt in die Begleitung von Nachfolgeprozessen ein.
Im Interview spricht er darüber, was ihn an seiner Rolle bei imovion besonders reizt, worauf es bei erfolgreichen Transaktionen wirklich ankommt und welche Entwicklungen die Verwalterbranche derzeit prägen.
Wenn du an deinen Start bei imovion zurückdenkst: Was hat dich an der Rolle „Director M&A“ am meisten gereizt – fachlich und persönlich?
Die Immobilienbranche, insbesondere die Verwaltung, hat mich schon immer begeistert. In meiner vorherigen Rolle habe ich Verwalter aus der Perspektive eines ERP-Herstellers begleitet und dabei unterstützt, ihre operativen Prozesse effizienter zu gestalten. Mein Ziel war dabei stets: mehr Freiraum im Arbeitsalltag schaffen.
Als Director M&A bei imovion kann ich Unternehmen heute noch ganzheitlicher betrachten – strategisch, wirtschaftlich und mit Blick auf ihre Zukunftsfähigkeit. Besonders spannend finde ich es, tief in Unternehmensstrukturen einzutauchen, Potenziale sichtbar zu machen und Inhaber in einer der wichtigsten Phasen ihres Unternehmerlebens zu begleiten.
Themen wie Wirtschaftlichkeit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden in vielen Unternehmen noch unterschätzt, dabei sind sie entscheidend für nachhaltigen Erfolg. Genau hier setzen wir an: Wir schaffen Klarheit, Struktur und Perspektive.
Motivierend ist für mich außerdem das starke Netzwerk hinter imovion. Gemeinsam mit Partnern wie der BEST Gruppe und der TEN31 Bank können wir Lösungen anbieten, die weit über einen klassischen Nachfolgeprozess hinausgehen. Unser Anspruch ist es, Unternehmen bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.
Für alle, die euch noch nicht kennen: Wie würdest du imovion in zwei bis drei Sätzen beschreiben und worin liegt euer Mehrwert im Nachfolgeprozess?
Die imovion GmbH ist auf die strukturierte Nachfolge von Hausverwaltungen spezialisiert. Wir übernehmen die professionelle Unternehmensbewertung, entwickeln eine klare Positionierung und steuern den gesamten Prozess diskret und zielgerichtet.
Unser Mehrwert liegt in der Kombination aus objektiver Analyse und persönlicher Begleitung. Viele Unternehmer befassen sich erst spät mit dem Thema Nachfolge. Umso wichtiger ist es, in dieser Phase einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben.
Neben der Nachfolgebegleitung unterstützen wir auch bei Personalgewinnung, -vermittlung und Weiterbildungsmaßnahmen. Wir denken ganzheitlich, nicht nur bis zum Vertragsabschluss.
M&A ist meist Kopfsache, Nachfolge oft auch eine Herzensentscheidung.: Was ist für dich die wichtigste Voraussetzung, damit eine Transaktion am Ende wirklich für beide Seiten passt?
Beides muss zusammenpassen.
Zunächst geht es um den „Kopf“: eine objektive Bewertung, Transparenz im Prozess und ein klares Verständnis dafür, welche Erwartungen potenzielle Käufer haben. Wir sprechen offen an, welche Faktoren den Unternehmenswert beeinflussen und welche Fragen im Verlauf einer Transaktion aufkommen.
Der „Bauch“ spielt anschließend eine ebenso wichtige Rolle. Unsere Kaufinteressenten verfassen beispielsweise ein persönliches Vorstellungsschreiben. Der Hintergrund: Für viele Verkäufer geht es nicht nur um den Preis, sondern auch darum, ihr Lebenswerk in gute Hände zu übergeben. Mitarbeitende, Eigentümergemeinschaften und gewachsene Strukturen sollen verantwortungsvoll weitergeführt werden.
Eine erfolgreiche Transaktion vereint daher wirtschaftliche Substanz, strategische Perspektive und ein gutes Gefühl auf beiden Seiten.
Welche drei Fragen stellst du dir als Erstes, wenn du eine Hausverwaltung zum ersten Mal auf dem Tisch hast?
Zunächst interessiert mich: Warum wird verkauft? Die Motivation des Inhabers ist entscheidend für die Wahl der richtigen Strategie.
Zweitens: Wie ist das Unternehmen strukturiert? Dazu gehören Einheiten, Teamgröße, Digitalisierungsgrad und die Qualität der internen Prozesse.
Und drittens: Für welche Käufer könnte das Unternehmen strategisch interessant sein?
Dank unseres Netzwerks können wir relativ schnell einschätzen, welche Konstellationen gut zusammenpassen und Prozesse entsprechend zielgerichtet steuern.
Wie sieht gute Begleitung in der Praxis aus? Welche Schritte sind im Prozess entscheidend und wo entsteht am häufigsten Reibung?
Reibung entsteht häufig zu Beginn, insbesondere bei der Preisvorstellung. Unternehmer haben ihr Unternehmen über viele Jahre aufgebaut und viel Herzblut investiert. Eine objektive Bewertung schafft hier Transparenz und eine realistische Grundlage.
Auch Faktoren wie Digitalisierung, Softwarelandschaft, Online-Auftritt und Prozessqualität spielen eine wichtige Rolle. Sie beeinflussen maßgeblich die Attraktivität eines Unternehmens für potenzielle Käufer.
Unser Prozess ist klar strukturiert:
- Persönliches Erstgespräch und Analyse der Unterlagen
- Professionelle Due Diligence und umfassende Bewertung
- Erstellung eines diskreten Exposés
- Ansprache ausgewählter Interessenten
- Persönliche Kennenlernphase bei gegenseitigem Interesse
Diskretion hat dabei oberste Priorität. Bis zur finalen Einigung bleibt die Identität des Unternehmens geschützt. Wir agieren im Hintergrund – strukturiert, professionell und verlässlich.
Du bringst Erfahrung aus dem WEG- und Verwalterumfeld mit: Was sind aus deiner Sicht aktuell die größten Herausforderungen und Chancen in diesem Markt?
Der Fachkräftemangel ist derzeit eine der größten Herausforderungen. Gleichzeitig liegt darin auch eine Chance: Digitalisierung und Automatisierung können Prozesse deutlich effizienter machen.
Automatische Ticket-Erstellung, KI-gestützte Buchhaltung, intelligente Dokumentenverwaltung oder digitale Eigentümerportale. Moderne Softwarelösungen entlasten Teams und erhöhen gleichzeitig die Attraktivität als Arbeitgeber.
Auch das Thema Verwaltervergütung bietet Potenzial. Viele Bestandsverträge sind wirtschaftlich nicht mehr zeitgemäß. Anpassungen können Spielräume schaffen, um in Personal, Technologie und Servicequalität zu investieren.
Du warst zuvor unter anderem Product Owner und Consultant bei Aareon ImmoManagement. Was hilft dir aus dieser Zeit heute im M&A-Alltag?
Ich kenne den Arbeitsalltag von Verwaltern aus erster Hand – ihre Herausforderungen, ihre Sprache und ihre Denkweise. Dieses Verständnis schafft Vertrauen.
M&A lebt von Diskretion, Transparenz und Fingerspitzengefühl. Auch unangenehme Themen müssen offen, aber sensibel angesprochen werden. Gerade in einem so persönlichen Prozess wie der Unternehmensnachfolge ist das entscheidend.
Darüber hinaus hilft mir mein Verständnis für Software- und Prozesslandschaften, wenn es um Unternehmensbewertungen oder strategische Einordnungen geht.
Was wird beim Verkauf einer Hausverwaltung häufig unterschätzt?
Vor allem zwei Punkte: Zahlen und Digitalisierung.
Eine saubere und transparente Datenlage ist essenziell für eine realistische Bewertung. Gleichzeitig wird der Einfluss moderner, effizienter Prozesse oft unterschätzt.
Auch das Team kann eine wichtige Rolle spielen, vor allem wenn Schlüsselpersonen oder Familienmitglieder im Unternehmen tätig sind. Viele Käufer investieren gezielt in funktionierende Strukturen und eingespielte Teams.
Wie würdest du deinen Arbeitsstil beschreiben? Was können Verkäufer, Käufer und dein Team von dir erwarten, wenn es stressig wird?
Strukturiert, ruhig und lösungsorientiert.
Gerade in intensiven Phasen ist es wichtig, Klarheit zu schaffen und die nächsten Schritte transparent zu kommunizieren. Offenheit und Ehrlichkeit stehen für mich an erster Stelle.
Und wenn es notwendig ist, bin ich auch spät abends erreichbar. Verantwortung endet nicht um 18 Uhr, vor allem nicht bei Entscheidungen dieser Tragweite.



