Die neue Kooperation zwischen imovion und der Europäischen Immobilien Akademie (EIA) könnte logischer kaum sein. Der bundesweit tätige Experte für Verwalter-Nachfolge und die Fachakademie für immobilienwirtschaftliche Berufe haben im August ihre Partnerschaft bekanntgegeben.

Mit dem Ziel, dem Fachkräftemangel in der Verwalterbranche sein Ende einzuläuten, haben die Unternehmen ein gemeinsames Personalrecruitment und -management Konzept entwickelt, welches unter dem Motto Fördern statt Fordern, auf Weiterbildung von Seiteneinsteigern ausgerichtet ist. Talente sollen qualifiziert und Potential gefördert werden. Denn, so sind sich die Geschäftsführer der Partnerunternehmen, Andrea Maria Peters und Daniel Wingenbach, einig, Fachwissen kann man lernen, Motivation nicht.

Der Wirtschafts-GAU

Die Immobilienbranche ist bereits seit einigen Jahren fachgebietsübergreifend von einem dramatischen Mangel an ausgebildeten Fachkräften betroffen. Bis zum Jahr 2025 könnten deutschlandweit bis zu 2,9 Millionen beruflich qualifizierte Erwerbstätige auf dem Arbeitsmarkt fehlen, so eine Studie der Prognos AG.

Der Personalmangel birgt insbesondere für schwach bis nicht-digitalisierte Unternehmen schwerwiegende Konsequenzen und endet nicht selten in einem wirtschaftsgefährdenden Strudeleffekt. Denn fehlender Nachwuchs geht nicht selten mit einer Mehrbelastung der Belegschaft einher, was wiederum in einer Überbelastung der Mitarbeiter und schlussendlich gar in Kündigungswellen enden kann.

Kommt dem hinzu, dass neue Aufträge nicht mehr angenommen werden können und fehlen auch die notwendigen Kapazitäten zur Digitalisierung und Unternehmensentwicklung, so droht vielen Firmen schnell der Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Ohne Kompromissbereitschaft wird es schwierig werden

„Wir erhalten wöchentlich dutzende Anrufe und Mails von Geschäftsführern, die händeringend Nachwuchs für ihre Immobilienverwaltung suchen, um beizeiten unter anderem ihre Nachfolge firmenintern regeln zu können. Viele treten nach einer monatelangen, manchmal sogar schon jahrelangen Suche an uns heran und erzählen uns, dass sie entweder keine Bewerbungen erhalten oder niemand dem Profil ihrer Stellenausschreibung entspricht. Dabei liegt die Lösung in den meisten Fällen so nah: die Anforderungen müssen auf Seiten des Arbeitgebers angepasst werden. Kompromisse müssen geschlossen und das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer neu gedacht werden“, so Daniel Wingenbach, Geschäftsführer bei imovion.

Heutzutage bewirbt sich der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer. Das gilt zunehmend auch für die konservativen Branchen. Ob die Forderungen der nachrückenden Generationen an den Arbeitsmarkt gerecht(fertigt) sind, braucht dabei nicht diskutiert zu werden. Zwei Tage Homeoffice die Woche, die Möglichkeit Überstunden als Urlaub vergütet zu bekommen, Weiterbildungsangebote und ein Firmenfahrrad. Das ist der Standard, mit dem sich Arbeitgeber 2022 messen müssen. Der wichtigste Kompromiss sollte jedoch die Einstellung der Unternehmen gegenüber dem Fachwissen der Bewerber sein. Sicher wäre es schön, wenn man eine 25-jährige Immobilienwirtin mit 30 Jahren Berufserfahrung für sein Unternehmen gewinnen könnte. Aber eine Bürokauffrau mit hervorragendem Organisationsgeschick oder ein Friseur mit ausgeprägter Kundenorientierung wird die meisten Jobanforderungen nach einer effektiven Einarbeitungsphase inklusive einer berufsbegleitenden Weiterbildung ebenfalls ohne Schwierigkeiten erfüllen können.

Umdenken und Gewinnen

Seiteneinsteiger berufsbegleitend und mit praxisnahem Wissen auf eine erfolgreiche Karriere vorzubereiten, darauf hat sich die EIA mit ihren Ausbildungslehrgängen spezialisiert. In 80 bis 120 Unterrichtsstunden erlernen die Lehrgangsteilnehmer die Grundlagen zur Ausübung ihres Wunschberufs. Für die Ausbildung zum Immobilienverwalter bietet die EIA fünf verschiedene Lehrgänge an. So können sich die Teilnehmer als geprüfte Miet- und WEG-Verwalter ausbilden lassen, aber auch an Speziallehrgängen wie „Technische Verwaltung“ oder „Gewerbeimmobilien Verwaltung“ teilnehmen. Aufbauend bietet die EIA ihren Teilnehmern auch immobilienwirtschaftliche Diplomabschlüsse, sowie den Abschluss zum Geprüften Immobilienwirt (IHK) an.

„Wir beobachten immer wieder, dass sich insbesondere die Lehrgangsteilnehmer für ihre Ausbildung so richtig ins Zeug legen und oft als „Einserschüler“ ihre Prüfung ablegen, die als Seiteneinsteiger von ihrem Arbeitgeber eine Ausbildung bei uns als „Starthilfe“ erhalten haben. Der berufliche Hintergrund der Teilnehmer spielt dabei keine Rolle. Das Engagement, seinem Arbeitgeber – aber vor allem auch sich selber – zu beweisen was in einem steckt, ist nach unserer Erkenntnis unabhängig von allen demografischen und soziologischen Faktoren. Der Dank einer neuen Chance wirkt für viele unserer Teilnehmer wie Raketentreibstoff. Daraus können wir schließen, dass das Potenzial an hervorragenden Verwalterinnen und Verwaltern auf dem Arbeitsmarkt vorhanden ist“, sagt die Leiterin der EIA, Andrea Maria Peters „doch ist ein Umdenken in Bezug auf die Anforderungen an zukünftige Bewerber jetzt notwendig, um der andernfalls unausweichlich wachsenden Personalknappheit und den daraus resultierenden Konsequenzen entgegenzuwirken.

Fördern statt Fordern

Von Anfang bis Ende begleiten, beraten und unterstützen die „Fachkraftmacher“ imovion & EIA deutschlandweit Immobilienverwaltungen bei dem Ausbau einer nachhaltigen Personalgewinnung und der Integration fachfremder Mitarbeiter in das bestehende Personalmanagement. Unter dem Leitmotiv „Fördern statt Fordern“ wollen die Partner dabei ein kompromissbereites Umdenken provozieren, das deutlich macht: Seiteneinsteiger sind die Zukunft der Branche.

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