Neues WEG 2020: Das sind die Folgen für Immobilienverwalter

Die neuen Pflichten, Möglichkeiten und Risiken im Überblick

Die WEG-Reform 2020 eröffnet Immobilienverwaltern neue Möglichkeiten, schränkt sie aber in anderen Aspekten wieder ein. Was wo zutrifft und wie viel Macht die Wohnungseigentümer dabei haben, erfahren Sie hier.

Mehr Entscheidungsfreiheit für Immobilienverwalter

Immobilienverwalter erhalten mehr Entscheidungs- und Vertretungsbefugnisse. So kann der Immobilienverwalter seit der neuen WEG-Reform eigenverantwortlich über Maßnahmen entscheiden, ganz ohne Beschlussfassung. Je größer die Anlage, desto mehr Entscheidungsfreiheit wäre gegeben.

Je nach Fall gehören dazu kleinere Reparaturen, der Abschluss von Versorgungs- und Dienstleistungsverträgen in beschränktem Umfang oder die gerichtliche Durchsetzung von Hausgeldforderungen.

Aber Vorsicht:

Wohnungseigentümer können Maßnahmen definieren, die unter die Verantwortung des Verwalters fallen. So können Wertgrenzen und Maßnahmenkataloge definiert werden. Auch kann eine Zustimmung durch Wohnungseigentümer, Verwaltungsbeirat oder Dritte bei bestimmten Handlungen (bspw. Zahlungen ab einem bestimmten Betrag) gefördert werden.

Mehr Vollmacht im Außeneinsatz

Immobilienverwalter können die Wohnungseigentümergemeinschaft künftig im Außenverhältnis vertreten. Abschlüsse von Darlehensverträgen und Grundstückskaufverträgen bedürfen jedoch einen Beschluss der Wohnungseigentümer im Allgemeinen oder Einzelfall.

Mehr Schutz vor Gericht

Das Recht des Gerichts Immobilienverwaltern bei groben Verschulden Prozesskosten auferlegen zu können, wird gestrichen.

Mit den Freiheiten kommen auch mehr Pflichten für Immobilienverwalter

Mit der Gesetzesneuerung sind Immobilienverwalter verpflichtet, einen Vermögensbericht nach Ablauf eines Kalenderjahres aufzustellen. Dabei ist die Darstellung der Instandshaltungsrückstellung („Erhaltungsrücklage“) und die Aufstellung wesentlichen Gemeinschaftsvermögens Pflicht.

Mehr Flexibilität für Wohnungseigentümer

Eine Einberufung von Eigentümerversammlung ist seit der Gesetzesneuerung nun auch ohne Immobilienverwalter möglich. Eigentümer können diese also per Textform einberufen. Der Verwaltungsbeirat der WEG kümmert sich ab sofort auch um die Überwachung des Immobilienverwalters.

Abberufung des Immobilienverwalters wird leichter

Ist die Wohnungseigentümergemeinschaft mit dem Immobilienverwalter unzufrieden, kann dieser nun einfacher abberufen werden. Die Abberufung ist jederzeit möglich. Ein wichtiger Grund ist dafür nicht von Nöten. Der Immobilienverwaltervertrag endet demnach spätestens 6 Monate nach Abberufung.

Zertifizierungspflicht bei größeren Wohnungseigentümergemeinschaften

Auch können WEGs zertifizierte Immobilienverwalter fordern. Erfahren Sie hier mehr.